Fremdkörper in der Karstwüste - Rinnerkogel, Wildensee

Kurzinformation

Ausgangspunkt: Parkplatz am Offensee

Gehzeit: 

Parkplatz - Rinnerhütte: 2 1/2 Std.;
Rinnerhütte - Wildensee: 1/2 Std.;
Wildensee - Rinnerkogel: 2 Std.

Höhenunterschied: Parkplatz Offensee - Rinnerkogel: 1357 m

Anforderungen: alpine Bergtour, die Kondition und Trittsicherheit erfordert

Einkehrmöglichkeit: Rinnerhütte, Jausenstation Seeau

 

Fremdkörper in der Karstwüste - Rinnerkogel, Wildensee

Sitzt man neben dem Gipfelkreuz des Rinnerkogels und genießt das Alpenpanorama, so kann man zwischen dem Rinnerkogel und dem im Süden gelegenen Loser die größte Karsthochfläche des westlichen Toten Gebirges beobachten.

 

Hier wird der Name dieses Gebirges lebendig. Regenwasser in Verbindung mit dem Kohlendioxid der Luft und Vegetation bildet eine schwache Säure, die im Lauf von Jahrtausenden das Kalkgestein auflöst; zum einen an der Oberfläche in Form von schüssel- bis trichterförmigen Dolinen und scharfen Karren, welche die Gesteinsoberfläche ziselieren, zum anderen als Höhlen entlang von Klüften im Berginneren.

Die Verkarstung ist an sich ein natürlicher Prozess, der bereits seit Jahrmillionen andauert. Davon zu unterscheiden ist die Bodenabtragung, die vom Menschen durch Abholzung oder Überweidung verursacht werden kann und die Verkarstung beschleunigt. Dies ist zweifelsohne in früheren Jahrhunderten auch in unserer Gegend gebietsweise geschehen.

Andere nicht oder nur wenig verkarstungsfähige Gesteine (Dolomite, Jurakalke), die in kleinen Gebieten innerhalb der Dachsteinkalke vorkommen, wirken durch ihre dichtere Vegetation wie grüne Inseln im kargen Karstgebiet, z. B. die Schwarzenbergalm (Ischler Hütte), der Grünberg (von den Ebenseern „Plagitzer“ genannt) oder der Bereich um den Wildensee. Der See liegt in einer von einem Gletscher ausgeschürften und mit Moränen abgedichteten Hohlform (Doline) und wirkt fast wie ein Fremdkörper inmitten des Karstplateaus. Die Bezeichnung „Karst“ ist ursprünglich ein Eigenname für das Gebirgsland in der Umgebung von Triest.

 

Diese Landschaft zeichnet sich durch ihre Kargheit aus. Wegen der Klüftigkeit des Kalkgesteins fließt der Großteil des Wassers unterirdisch ab.

 

Rinnerkogel

Wegverlauf:

Nachdem man sich in der Rinnerhütte von den Strapazen des Anstiegs vom Offensee herauf erholt hat, ist die Wanderung zum Wildensee, die südlich der Rinnerhütte über den Rinnerboden entlang der Talsohle des Rinnerbaches zwischen dem Feldkogel und dem Rinnerkogel verläuft (Weg Nr. 212), pure Erholung. Es kommt im Toten Gebirge sehr selten vor, dass man einen Bach plätschern hört oder sich im kalten Gebirgswasser eines Sees erfrischen kann - steht doch noch der Anstieg auf den Rinnerkogel bevor.

Dazu geht man auf dem Weg ein paar Minuten zurück und zweigt nach links auf den Steig Nr. 231 ab. Der Abschnitt über den Südrücken des Rinnerkogels ist beschwerlich, es sind viele Dolinen und Kare zu überwinden. Hat man den Rinnersattel erreicht, geht es über die breite Westflanke auf den Gipfel.

Vom Rinnersattel zweigt der Weg Nr. 230 zum Hochkogelhaus ab. Diese lange Tour (etwa 5 St.) führt an den Süd- und Westhängen des Gr. Scheiblingkogels vorbei zum Hintergras. Rechts gelangt man durch das eindrucksvolle Feuertal zum Hochkogelhaus, links zweigt der gesicherte Steig über den Ostgrat des Schönbergs (nur für Schwindelfreie) zum Gipfel und weiter über den Westgrat zum Hochkogelhaus ab.

Rinnerkogel
Rinnerkogel
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